Gasthäuser

"Filzpantoffel, Fernsehgeräte und Flaschenbier" haben es den Dorfgaststätten schwer gemacht. Sie waren einst der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Wer vor knapp 90 Jahren ein Bier trinken wollte, der hat es sich mit seinem Krug aus der Gaststätte geholt, denn nur dort war es zu haben. In Berenbostel gab es zu jener Zeit fünf Gaststätten:

Das Hotel Reiterklause, das heutige Pegasus Security Center, war einst unter dem Namen "Poggen-Kröger" bekannt. Durch die Frösche in der nahegelegenen Tonkuhle wurde der Name abgeleitet. Alle fünf Kinder der Familie blieben unverheiratet, sie betrieben die Gaststätte bis etwa 1945.

Ebenfalls nicht mehr in Betrieb ist die ehemalige Ausspannwirtschaft "Zur Stadtgrenze". Es war das letzte Haus vor der Gartenkolonie gegenüber dem Heidehaus, wo sich jetzt A.T.U. befindet. Dort konnten die Handelsleute aus Bremen die Pferde ausspannen und etwas essen. Es war lange eine gut gehende Wirtschaft, sogar ein Kaffeegarten wurde dort eingerichtet.

Einen großen Zuspruch hatte die Gastwirtschaft auch von den Patienten des Heidehauses. Die Pferdefuhrwerke wurden im Laufe der Jahre durch Autos ersetzt. Als die Autobahn nach Bremen in Betrieb genommen wurde, wurden die Besucher weniger, so dass der Betrieb eingestellt werden musste.

Bis Ende 1979 gab es in der Dorfmitte, wo sich heute das Eiscafe befindet, das Gasthaus "Zur Post" (s. Foto). 1870 bekarn der Gastwirt August Döpke die Konzession für eine Schankwirtschaft. Das damals mit Ziegelmauerwerk errichtete Haus war eine Attraktion, vor allem, als 1900 ein Saal angebaut wurde.

Das war für Berenbostel, das damals nur ca. 600 Einwohner zählte, sehr bedeutungsvoll, denn es kamen nun viele Besucher aus den umliegenden Dörfern. Die 1898 gegründete Poststelle wurde ebenfalls von August Döpke geführt, daher auch der Name der Gaststätte "Zur Post".

Das heutige Hotel "Zum Dicken Fritz" wurde bereits 1869 gegründet. Die Gaststätte war früher in dem roten Backsteinbau direkt am Dorfplatz. Den jetzigen Namen hat das Hotel von dem Schwager des Besitzers erhalten, dessen außergewöhnliche Leibesfülle ihm und dem Hotel den Namen einbrachte.

Der dicke Fritz war für Berenbostel ein wirkliches Orginal. Er wurde 1950 als Posthalter eingesetzt und fuhr mit dem Fahrrad und in kurzen Hosen die Post aus. Deshalb genoss er in Berenbostel ein hohes Ansehen und viel Sympathie. Das Hotel wird heute von der Familie Baumgarte betrieben.

Die fünfte Wirtschaft ist die Gaststätte "Reddert" in der Dorfstraße. Sie hatte von 1908 bis 1938 den Namen "Gastwirtschaft Konrad Bruns", nach dem damaligen Besitzer. Durch die Heirat seiner Tochter Meta mit Fritz Reddert sen. änderte sich der Name. Nach dem Tod des Besitzers führte seine zweite Frau Frieda Reddert die Wirtschaft weiter bis der Sohn, der heutige Betreiber Fritz Reddert jun. seine Lehre beendet hatte und die Gaststätte übernahm.

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