Gründung

Die erste urkundliche Erfassung des Ortes Berenbostels finden wir im Klostergut Marienwerder, dem im Jahre 1206 von Berenbostel 4 Hufen Land (etwa 30 ha.) zugeschlagen wurden. Es ist aber anzunehmen, dass Berenbostel schon länger besteht. Orte, deren Namen mit den Silben "-bostel" oder "-lingen" enden, sind in der Regel auf Einzelhöfe oder Sippenwohnungen zurückzuführen, die um 500 n.Chr. entstanden sind.

Wahrscheinlich hat ein Bauer namens "Bardo" ein Stück Land in einem riesigen Waldgebiet urbar gemacht. Diese Bauernstelle wurde nach ihm "Bardingeburstelle" genannt, daraus entstand der Name "Berenbostel".

Das Waldgebiet, in dem sich der Gründer niedergelassen hatte, gehörte zu einem Königsforst namens "Lauenwald". Es war ein Laubmischwald und bestand vorwiegend aus Eichen, Buchen, Ulmen und Birken, wie durch Pollenanalyse nachgewiesen ist.

Der Lauenwald erstreckte sich von Neustadt-Bordenau bis Langenhagen und von Metel-Scharrel bis Stelingen-Berenbostel. Ein Teilabschnitt zwischen Osterwald u.E. und Berenbostel wurde "Die Hespe" genannt, woher die heutige Straßenbezeichnung "Im Hespe" stammt.

Als im 17. Jahrhundert die Waldbestände geringer wurden, gewann der Abbau von Torf als Brennmaterial an Bedeutung. Der ehemalige "Moorweg", die heutige Berenbosteler Strasse, führte in das Garbsener Moor. Dort wurde von den Bauern aus Berenbostel, Garbsen und Meyenfeld Torf abgebaut. Doch auch im Resser Moor hinter dem Osterwalder Wald (heute Naturschutzgebiet) wurde Torf gestochen.

Der Torfabbau war eine schwere Arbeit. Die Männer mussten in den Gruben Torfplacken ausstechen, die dann zum Vortrocknen aneinandergelehnt wurden. Nach einigen Wochen wurden diese Placken kreisförmig zur Resttrocknung aufgeschichtet. Erst dann konnten sie trocken nach Hause geholt werden. Außerdem wurde Heidekraut zum Streuen für die Kühe aus dem Wald mitgebracht.

Die so gewonnen Flachsfasern wurden nun versponnen und zu Leinen verwebt. Der Siegeszug der Baumwolle machte bald den Flachsanbau unrentabel, so dass die Riedwiesen trockengelegt wurden.

Druckversion Gründung (23 kB)