Landschaft

In der Zeit, als das Torfstechen (s. Foto) bei den hiesigen Bewohnern noch lebenswichtig war, hatte auch das Garbsener Moor eine beträchtliche Bedeutung. Auf der Stadtkarte von Garbsen wird dieses Gebiet in das Garbsener, das Schloß Ricklinger, das Meyenfelder und das Horster Moor eingeteilt.

Eigentümer sind außer Bauern dieser Orte auch Landwirte aus Berenbostel. Die Alteingesessenen denken mit Wehmut an dieses verlorene Gebiet, denn es war ein wichtiger Teil ihrer Heimat. Schon die damaligene Straßenbezeichnungen gaben den Charakter der Landschaft wieder. So hieß die heutige Hermann-Löns-Straße "Auf der Heide" und die Berenbosteler Straße / Seeweg war noch 1965 der "Moorweg".

Die seit Jahrhunderten abgetorften Flächen hatten die ursprüngliche Feuchtigkeit verloren und waren zu Heideland mit Krüppelföhren und Birkengebüsch geworden. Hinter dem Berenbosteler See in Richtung Garbsen befand sich das "Hüsselmoor". Die westlich vom Berenbosteler See liegenden Wiesen sind mit dem Mutterboden aufgefüllt worden, der durch den Tonabbau in diesem Gebiet abgebaut wurde.

Die Torfentnahme erfolgte schon seit mehr als dreihundert Jahren, wovon eine Bittschrift kündet. Hierin bittet der Pastor Meyer aus Havelse seine zuständige Behörde im Jahre 1729 um Schenkung von Torfplätzen im Garbsener Moor. Er gibt an, dass die Einwohner von Havelse jeder einen Torfplatz auf dem Klostemoor besitzen würde, diese aber seit fünf Jahren ausgestochen seien und jetzt großer Mangel an Feuerung für die Schule und auch bei allen Einwohnern vorhanden sei. Sie müssten Torf von den Garbsenern kaufen, wenn ihnen nichts zugeteilt würde.

Die Veränderungen der Landschaft "Garbsener Moor" begann schon mit der Umgestaltung seiner Umgebung. Die erste einschneidende Maßnahme war der Kanalbau von 1912 bis 1915. Ein weiteres Großprojekt war der Autobahnbau, der in den dreißiger Jahren begonnen wurde. Die Einweihung der hiesigen Strecke erfolgte am 14. Dezember 1938.

Der Moorcharakter verschwand dann entgültig, als das Moor in den sechziger und siebziger Jahren verpoldert wurde für die Schlammablagerung aus Hannover. Unser neues Rathaus und das neue Kino stehen also im alten Moorgebiet.

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